Die Weinraute

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Ruta graveolens 3, Kurt Stüber, Wikimedia Commons, some rights reserved

An die Weinraute bin ich über meine Mutter gekommen. Sie wurde ihr vor Jahren von einem Heilpraktiker empfohlen. Seither schwört sie darauf und nimmt sie täglich zur Stärkung von Augen und Nerven ein.

 

Die Weinraute ist ein sehr altes Heilkraut. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum, wurde aber bereits im Mittelalter in hiesigen Kräutergärten angesiedelt und galt als wirksamstes Mittel, um negative Kräfte zu vertreiben. In Süddeutschland trifft man sie gelegentlich verwildert in naturnah bearbeiteten, sonnigen Weinbergen an. Wer eine Weinraute in seinem Garten haben möchte, sollte ihr unbedingt einen ausreichenden Winterschutz geben!

 

Weinraute ist eine ausgesprochen würzige Pflanze mit intensivem Duft und einem bitterlichen Geschmack, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Das gelb blühende Kraut wird im Schatten für Tee bzw. als Räuchermittel getrocknet, oder frisch mit mindestens 40prozentigem Alkohol als Tinktur angesetzt. Das frische Kraut (nicht mehr als 3-4 der kleinen Blättchen täglich!) passt in Suppen und Gemüsegerichte. In Südeuropa wird mit ihm - zwecks besserer Verträglichkeit - fettiges Fleisch sowie Käse, Spinat und Grappa gewürzt.

 

Ein weiterer Name für die Weinraute ist Augenwurz - eine tägliche Dosis Kraut oder Tinktur stärkt die Augen. Weinraute fördert mit ihren ausgeprägten Bitterstoffen die Verdauung und den Schlaf; sie stärkt die Nerven und senkt den Blutdruck. Äußerlich wendet man sie als Kompressen bei Rheuma, Gicht oder Schwellungen nach einer Verletzung an. Weinraute hat eine reinigende Wirkung auf Leber, Nieren und Blase, hilft bei nervösen Störungen, Krämpfen, Schwindelanfällen, Herzklopfen, Atemnot und Magenschmerzen.

 

Hildegard von Bingen empfahl Weinraute, um die Körpersäfte anzuregen, sowie gegen Bluthochdruck und Melancholie. In der TCM kommt sie vor allem bei Beschwerden von Leber, Milz, Lunge und Dickdarm sowie zur Augenstärkung zum Einsatz.

 

Übrigens war der Genuss von Weinraute im Mittelalter für Mönche Pflicht - sie dämpft den männlichen Geschlechtstrieb. Auf Frauen dagegen wirkt sie ausgesprochen anregend.

 

Vorsicht:

- Das ätherische Öl der Weinraute kann Hautreizungen verursachen und die Haut lichtempfindlicher machen!

- Schwangere Frauen sollten die Weinraute meiden, da sie zur Fehlgeburt führen könnte!

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Bea (Freitag, 24 Juni 2011 11:49)

    Männer sind unhygienisch

  • #2

    Claudia (Freitag, 24 Juni 2011 12:36)

    Wieso DAS denn?! Wenn man sich öffentliche Toiletten anschaut, könnte man das Gleiche von Frauen sagen. Ich glaube also, das hat nichts mit Männern oder Frauen zu tun, sondern mit deren jeweiliger Erziehung.

  • #3

    Kristian (Mittwoch, 11 Juli 2012 23:36)

    Nice article bro

  • #4

    Peppi (Montag, 10 Dezember 2012 09:06)

    Hallo,
    bin zufääig hier gelandet, aber möchte einen kurzen Gruß hinterlassen, weil ich Ihren Artikel sehr gut finde. Thymian ist wirklich ein ungeheuer wertvolles Kraut, doch leider kennen die meisten es nur als trockenes Küchengewürz. Bei Erkältungen gibt es zum Schleimlösen kaum etwas Bessers!

  • #5

    Sissi (Mittwoch, 04 September 2013 10:27)

    Ich möchte gerne die Weinraute in meinen Garten pflanzen. Aber ich habe etwas Bedenken, da ich ein Kind und 3 Tiere habe. Da die Pflanze bei Berührung Giftig wirken kann. Oder ???

  • #6

    Birte (Samstag, 19 Oktober 2013 08:44)

    Habe seit vielen Jahren eine Weinraute in meinem Kräuterbeet. Hat bis jetzt noch jeden Winter ohne jeglichen Schutz überlebt. Ich schneide zweimal jährlich. Jetzt, im Herbst hole ich mir einige frische Blätter für den Winter rein. Einfrieren, trocknen oder in Öl und Salz eingelegt ist super. Ein paar Stengel in einen Liter Weisswein mit etwas Zucker schmeckt köstlich (wie Bowle).

  • #7

    Kräuter-sind-toll (Donnerstag, 31 Oktober 2013 19:06)

    Eigentlich ist es schade, dass die Weinraute doch in den Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Erfreulicherweise gibt es jedoch einige Kräuter-Liebhaber, die langsam wieder gefallen an den alten Heilkräutern finden. Es ist erstaunlich, wieviel Alltags-Medikamente man sich mit ein wenig Kräuterkenntnis sparen kann.

    Vielen Dank für den Artikel!

  • #8

    Paulinichen (Mittwoch, 19 März 2014 12:56)

    FICKENEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEN

  • #9

    Janne (Montag, 02 März 2015 15:06)

    Die Weinraute ist eine sehr schöne und interessante, immergrüne Gartenpflanze. Überwinterung ist kein Problem. Mühelos lassen sich Stecklinge ziehen. Geruch und Geschmack sind gewöhnungsbedürftig.
    Leider hatte ich im vergangenen Sommer Pech - ein neugepflanzter Strauch in der Sonne führte zu Brandblasen, ohne das viel Körperkontakt bestand. Wobei die Blasen erst nach etwa 48 Stunden an der Hand und den Armen erscheinen, dafür aber heftigst! Bei Sträuchern, die im Schatten wachsen, hatte ich dieses Problem nie.

  • #10

    Derik W. (Freitag, 14 August 2015 10:49)

    Danke für den Artikel! Die Weinraute ist wirklich eine tolle Pflanze! Schon im Mittelalter wurde sie wegen ihrer grossen Heilkräfte gern als Heiltrank oder als Gegenmittel gegen tierische und pflanzliche Gifte verwendet. Hast du die Weinraute schon mal geräuchert? Kann ich nur empfehlen. Weinrauten-Räucherungen werden ebenfalls schon seit dem Mittelalter als Heilungsräucherungen gemacht.

    Viele Grüße

  • #11

    Cäcilia (Mittwoch, 09 März 2016 10:27)

    Super Beitrag. Ich will auch mehr mit Kräutern arbeiten in Zukunft