Melisse

Alles grünt und sprießt im Kräutergarten, auch wenn der dringend benötigte Regen weiter auf sich warten lässt. Aber die kleine "Dusche" mit dem Gartenschlauch hat meinen Kräutern sichtlich gut getan, und so hat sich seit diesem Foto meine neue kleine Melisse mehr als verdoppelt.

 

Die Melisse, auch Zitronenmelisse genannt, ist sicher eines der bekanntesten Kräuter. Sie darf in keinem Kräuterbuch fehlen und gilt auch wissenschaftlich als gut erforscht. Ich habe sie als Kind kennen gelernt, weil meine Mutter uns gerne frisch geernteten Melissen-Tee vorgesetzt hat, ob kalt oder heiß - ich liebe diesen feinen Geschmack und den zitronen-ähnlichen Duft noch heute. Die kleinen Blüten, die sich im Sommer entwickeln, werden von Bienen geliebt - deshalb hieß die Melisse bei den alten Griechen auch Bienenblatt.

 

Melisse lässt sich vielseitig anwenden:

In der Dessert-Küche dienen die Blätter der Melisse oft als essbare Dekoration. Sie verleiht Hühnerbrühe eine besondere Würze. Und es lässt sich aus ihr ein leckerer Sirup herstellen.

Das ätherische Öl der Melisse wird gerne in Bädern und bei Massagen eingesetzt - es duftet angenehm, aber nicht zu stark, beruhigt und entspannt, und es wird üblicherweise auch von Allergikern gut vertragen.

In der Phytotherapie kommt die Melisse bei nervösen Störungen und bei Bluthochdruck zum Einsatz. Ihre dezenten Bitterstoffe empfehlen sie bei Verdauungsstörungen - Melisse beruhigt den Magen und regt die Verdauungssäfte an. Außerdem kann sie krampflindernd wirken und bei Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen, Herzklopfen und Ohrensausen helfen. Auch Schwangere dürfen Melisse anwenden.   

 

Eingenommen wird Melisse (Blätter und Blüten) meist als Tee. Man kann sie aber auch gut mit Alkohol ansetzen und - wie den beliebten Melissengeist - verdünnt zu sich nehmen. Ich setze frische Melisse mit 40prozentigem Grappa oder Vodka in einem Glas mit Schraubverschluss an, das dann 2-4 Wochen an einem sonnigen Plätzchen unter gelegentlichem Schütteln ziehen darf, vorzugsweise von Vollmond zu Vollmond. Dann seihe ich die Tinktur durch ein Baumwolltuch ab und fülle sie in gut verschließbare, dunkle Fläschchen. Als Dosis nehme ich einen Esslöffel Tinktur, mit 4 Teilen Wassern verdünnt, nach dem Essen ein.

 

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