Schafgarbe

Achillea millefolium, Kristian Peters, Wikimedia Commons, some rights reserved
Achillea millefolium, Kristian Peters, Wikimedia Commons, some rights reserved

Nach dem lang ersehnten Regen gestern kann man jetzt im Garten den Pflanzen beim Wachsen zusehen. An einer Stelle bilden die zarten, gefiederten Blätter der Schafgarbe einen kleinen grünen Teppich.

 

Im Lateinischen hat die Schafgabe einen kriegerischen Namen: Achillea millefolium wird abgeleitet vom trojanischen Kriegshelden Achilles, der der Sage nach Kampfwunden mit Schafgarbe behandelte. Millefolium steht für die vielen "tausend" kleinen weißen Blüten, aus denen sich der Blütenkopf zusammensetzt.

 

Die Schafgarbe ist ein wichtiges Heilkraut in der Volksheilkunde und in vielen Teemischungen zuhause. Blüten, Stängel und Blätter können als Tee oder Tinktur zubereitet werden; manche stellen aus der Pflanze auch einen (gepressten) Frischsaft her. Die jungen Blätter sind eine mild-würzige und gesunde Zugabe in Salat, Kräuter-Quark, Brotaufstrichen oder Suppen. Aus den Blüten lässt sich ein aromatischer Sirup herstellen.

 

Auch an trockenen, steinigen Standorten wächst Schafgarbe problemlos; wenn man sie lässt, siedelt sie sich an dem für sie geeignetsten Platz an. Bei mir im Garten hat sie sich einen Platz am Südhang ausgesucht, unterhalb von einem großen Stein - an dieser recht trockenen Stelle wollte nichts anderes wachsen, aber sie gedeiht prächtig.

Schafgarbe braucht viel Sonne, und Staunässe mag sie überhaupt nicht - auf sumpfigen Wiesen sucht man sie also vergeblich. Wenn es ihr an einem Standort besonders gut gefällt, verfärben sich ihre weißen Blüten rosa - und dann sollen sie über eine besonders gute Heilwirkung verfügen.

 

Die Schafgarbe ist ein ausgesprochenes Frauenkraut - sie hilft bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden sowie bei typischen Frauenleiden und kann für Scheidenspülungen eingesetzt werden. Schafgarbe lindert Verdauungsbeschwerden und regt den Gallenfluss an. Gegen pochende Kopfschmerzen kommt sie ebenfalls an. Außerdem spricht man der Schafgarbe eine antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung zu, was sie ihren Einsatz in der Wundbehandlung erklärt. Im Volksmund heißt sie daher auch Blutstillkraut oder Wundkraut.

 

Äußerlich angewandt - als Auflage, Gesichtswaschung oder Gesichtsdampfbad - kann die Schafgarbe bei Hautproblemen wie unreiner Haut, Akne und sogar Schuppenflechte helfen. Ein Schafgarben-Absud im Badewasser soll Gicht, Rheuma und Krampfaderschmerzen lindern.

 

Übrigens: Die alpine Variante der Schafgarbe heißt Speik; sie hat einen unvergleichlich intensiven, würzigen Duft und steht unter strengem Artenschutz.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Tee-Trinker (Sonntag, 08 Januar 2017 23:08)

    Hab auch einiges an Schafgarbe-Tee vor einer Operation getrunken, und glaube es hat wirklich geholfen :). Bloß war der Geschmack wirklich fürchterlich ....
    Naja
    Schöner Blog-Beitrag auf jedenfall ;)