Die Gründonnerstagssuppe

Gehört in die Gründonnerstagssuppe: Brennessel, Forry, www.piqs.de, some rights reserved
Gehört in die Gründonnerstagssuppe: Brennessel, Forry, www.piqs.de, some rights reserved

Vermutlich schon vor dem 14. Jahrhundert gab es den Brauch, am Gründonnerstag  grünes Gemüse zu essen - Grünkohl, Salate, junge Triebe und natürlich frische Kräuter. Der Gründonnerstag, der Gedenktal für das erste Abendmahl, leitet die Oster-Feiertage ein, und damit das Ende der Fastenzeit.

Die Tradition der Gründonnerstagssuppe beruht auf dem Glauben, dadurch die Kraft des Frühlings und seine Heilwirkung aufzunehmen, als Start in ein gesundes Jahr. Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren gesunden Zutaten eine vitalisierende und entschlackende Wirkung. Ähnlich verhält es sich auch mit der Frankfurter Grünen Soße, die prima zu hart gekochten Ostereiern passt.

 

Drei mal drei Pflanzen kommen traditionell in die Gründonnerstagssuppe. Diese Formel stammt noch von den Kelten. Drei war eine magische und heilige Zahl – bei den Christen ist es die Zahl der Heiligen Dreifaltigkeit.

 

Die verwendeten neun Kräuter variieren je nach Region, und richten sich natürlich auch danach, wie früh oder spät Ostern ist, wie das Wetter war und wie weit das Wachstum in der Natur schon fortgeschritten ist. Wichtig ist es, die neun Kräuter erst zu hacken, kurz bevor sie in den Topf kommen, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten. Außerdem sollten sie möglichst in freier Natur gesammelt werden.

 

Mögliche Kräuter für die Gründonnerstagssuppe sind:

-          Als Grundlage Giersch, Brennessel, Schafgarbe, Brunnenkresse, Wiesenbärenklau, Vogelmiere oder Löwenzahn.

-          Dazu passen Bärlauch, Kerbel, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Bibernelle, Wiesenlabkraut, Sauerampfer, Sauerklee, Tripmadam, Gänseblümchen, Knoblauchrauke, Rauke, Liebstöckel, Wegwarte, Gundermann, Thymian oder Salbei.

Als Faustregel nimmt man eine Handvoll pro Kraut; sehr würzige Kräuter wie Liebstöckel, Thymian oder Salbei kann man auch etwas maßvoller dosieren.

 

Als Grundrezept kann eine Kartoffelsuppe dienen: Mehlige Kartoffeln werden gekocht, geschält und zu „Schnee“ gepresst oder in kleine Würfel geschnitten. Dann wird eine mittelgroße Zwiebel in feine Würfel geschnitten und in einem guten Pflanzenöl (z. B. kaltgepresstes Rapsöl) angebraten. Jetzt kommen die Kartoffeln hinein, dann die fein gehackten Kräuter und das Ganze wird mit Gemüsebrühe (in manchen Rezepten mit Quellwasser) aufgegossen. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Muskat und einem Schuss Sahne, um fettlösliche Vitamine aufzuschließen. Wer mag, püriert seine Gründonnerstagssuppe mit dem Zauberstab, damit sie schön schaumig wird, und garniert sie mit frischen Blüten (Gänseblümchen, Veilchen oder Gundermann) und einem Klecks Sahne.

 

Guten Appetit, und einen guten Start in die Osterwoche!

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Manuel (Dienstag, 21 Januar 2014 14:23)

    Super Beitrag,
    Bin Koch und war gerade auf der Suche nach Ideen für ein Ostermenü. Und hier bin ich fündig gewurden. Vorspeise fürs Menü wird sein: Raücherforellenkrapfen mit Gründonnerstagsvichysoisse und Zitronenöl

    Vielen Dank
    Manuel

  • #2

    Jan (Donnerstag, 25 September 2014 12:22)

    Ein Artikl wie für mich geschaffen, ich bin von allen Kräuter Arten ein riesen Fan

  • #3

    lola (Donnerstag, 16 Juli 2015 10:29)

    Klingt sehr gesund!

  • #4

    Brian (Donnerstag, 03 September 2015 11:35)

    Sieht wirklich lecker und gesund aus.