Ysop

Hyssopus officinalis, Armin Jagel, Wikimedia Commons, some rights reserved
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Ysop ist (noch) nicht in meinem Kräutergarten zuhause, steht aber auf meiner Wunschliste. Von seinen Schnittblumen-Qualitäten und dem angenehmen Duft (der oft in Parfums eingesetzt wird) einmal ganz abgesehen, ist Ysop gutes "Futter" für Bienen und Schmetterlinge. Nicht umsonst hat ihm der Volksmund den Namen Bienenkraut gegeben. Und er ergibt einen wohlschmeckenden, mild-würzigen Tee.

 

Bei Hildegard von Bingen wird der Ysop als Gewürzkraut sowie zur Behandlung von Leber-Leiden empfohlen, und zwar gekocht oder pulverisiert. "Wenn die Leber infolge der Traurigkeit des Menschen krank ist, soll er junge Hühner mit Ysop kochen und er esse oft, sowohl den Ysop als auch die jungen Hühner."

 

Ysop enthält neben ätherischem Öl Gerb- und Bitterstoffe. Er wirkt schleimlösend und schweißhemmend, anregend und blutdrucksteigernd sowie antibiotisch. Forscher haben festgestellt, dass der Schimmelpilz, aus dem man Penicillin gewinnt, auf Ysop-Blättern wächst.

 

Die "reinigende" Wirkung des Ysop wird schon in der Bibel erwähnt. Mit Ysop wurden Tempel gereinigt und Aussätzige behandelt. Im Mittelalter nutzte man ihn als Streukraut zur Hausreinigung.

 

Außerdem stärkt Ysop-Tee die Nerven, hilft bei depressiven Verstimmungen, bei Blähungen und Menstruationsschmerzen sowie bei Infektionen des Nasen- und Rachenraumes (gurgeln!) und bei Asthma. In der TCM ist Ysop Nieren, Dickdarm und Lunge zugeordnet. Als Kompresse aufgelegt, soll er auch bei blutunterlaufenen Augen ("Veilchen") helfen.

 

Seine reinigende Wirkung auf die Atemwege mache ich mir gerade zunutze und trinke täglich Ysop-Tee. Mit den Frühblühern hat bei mir nämlich der Heuschnupfen eingesetzt. Und jetzt probiere ich aus, ob mir dieses Kraut hilft, statt einfach Antihistamine zu schlucken.

 

Das ätherische Öl des Ysop kann gut in Duftlampen eingesetzt werden; es wirkt konzentrationsfördernd und stimmungsaufhellend. Auch im Badewasser entfaltet es diese Wirkung.   

 

Ein Tipp zum Ausprobieren: Ysop-Badezusatz

4 EL Ysopblüten (frisch oder getrocknet) in ein Glas mit Schraubverschluss geben, mit 1/4 Liter Apfelessig übergießen und 2 Wochen lang an einem kühlen Platz ziehen lassen. Abseihen und in ein sauberes, verschließbares Gefäß füllen. Reicht für zwei Vollbäder.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Claudia Keck (Sonntag, 20 März 2011 15:53)

    Gerade kam auf anderem Wege ein Kommentar rein, den ich meinen Blog-Lesern nicht vorenthalten möchte:

    "Mit Ysop vorsichtig sein bei Hypertonie, Krampfneigung, Schwangerschaft und nervösen Beschwerden !

    Vorsichtig dosiert und über nur kurzen Zeitraum getrunken habe ich bei Erkältungskrankheiten gute Erfahrungen gemacht, aber eben schwach dosiert in einer Mischung."

    Daher auch wieder mein Hinweis: Im Zweifelsfall bitte auch im Umgang mit Heilkräutern professionellen Rat suchen!

  • #2

    Claudia Keck (Donnerstag, 05 Mai 2011)

    Sodele, und nun die Ergebnisse zum Heuschnupfen-Selbstversuch:

    Täglich einen halben Liter Ysop-Tee (mit ein paar Kamillenblüten) getrunken, parallel zu Pollenflut und Antihistaminen an den schlimmen Tagen.

    Fazit: Der Tee lindert tatsächlich vorübergehend die Symptome. Als alleiniges Heuschnupfen-Heilmittel hilft er aber leider nicht, jedenfalls nicht bei mir. Die Suche nach dem Kräuter-Anti-Heuschnupfen-Mittel geht also weiter.

  • #3

    Jaime (Donnerstag, 31 Mai 2012 03:43)

    Thanks for details