Der Beifuß

Beifuß mittendrin
Beifuß mittendrin

Wäre Beifuß nicht ein traditionelles Gewürz für die ebenso traditionelle Weihnachtsgans, wäre er bei Vielen von uns vermutlich bereits in Vergessenheit geraten. Dabei war Beifuß unseren Vorfahren heilig und galt als eines der stärksten Heilkräuter überhaupt.

 

„Ältestes Kraut, Du hast Kraft für drei, und dreißig übertriffst Du gegen alle Gifte...,“ so steht es im Lacnunga, einer angelsächsischen Schrift über Kräuterheilkunde. Hinter dieser Aussage verbirgt sich die Fähigkeit des Beifußes, die Lebertätigkeit anzuregen – und somit die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper zu unterstützen.

 

Beifuß wirkt Stoffwechsel-anregend, appetitanregend, blutreinigend und entzündungshemmend. Er hilft insbesondere jungen Frauen gegen Menstruationsbeschwerden. Außerdem unterstützt er die Verdauung - durch seine Bitterstoffe fördert Beifuß insbesondere die Fettverdauung und hilft gegen Übelkeit. Das erklärt auch seinen Einsatz beim besagten Gänsebraten. Eine Tasse Beifuß-Tee nach einem fettreichen Essen ist somit ein ausgezeichneter „Digestif“.

 

Unsere Vorfahren waren auf die „innerlich desinfizierende“ Wirkung von Kräutern wie Beifuß angewiesen. Sie hatten weder Kühlschrank noch Gefrierfach, und die hygienischen Zustände vergangener Jahrhunderte ließen sehr zu wünschen übrig. Entsprechend schnell verdarben Lebensmittel, und nicht immer merkte man das. Der tägliche und reichliche Einsatz von Kräutern konnte verhindern, dass die Auswirkungen von verdorbenem Essen allzu heftig wurden.

 

Ich selbst verwende Beifuß in erster Linie als Tee und trinke ihn beispielsweise im Frühjahr 2 Wochen lang täglich, um den Stoffwechsel nach dem doch eher trägen Winter wieder anzukurbeln. Dazu übergieße ich das getrocknete Kraut mit heißem Wasser, das bereits gekocht hat, aber nicht mehr sprudelt, und lasse den Tee 5 Minuten ziehen.

 

Sehr gefreut habe ich mich über einen Bericht im Fernsehen: In Afrika wird im Rahmen einer Kooperative die dort heimische Variante des Beifuß angebaut, um damit Malaria zu bekämpfen. Da der Großteil der Bevölkerung sich die teuren Medikamente gegen Malaria nicht leisten kann, greift man auf dieses kostengünstige Heilkraut zurück. Eine tolle Sache!

 

Vorsicht:

Beifuß kann Monatsblutungen auslösen und sollte daher von Schwangeren nicht eingenommen werden!

In manchen Quellen wird außerdem empfohlen, bei hohem Blutdruck auf die Einnahme von Beifuß zu verzichten.

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Kommentare: 2
  • #1

    Juicers Reviews (Samstag, 04 Mai 2013 01:30)

    I just shared this on Myspace! My friends will really enjoy it!

  • #2

    Von heimischen Kräutern (Mittwoch, 14 Dezember 2016 11:19)

    Ich finde diesen Artikel über das Heilkraut Beifuß wirklich sehr interessant! Besonders die Anleitung zum Beifußtee hat mir sehr gefallen! Vielen Dank dafür und weiter so! VG